Rezension – Das Juwel von Amy Ewing

Das Juwel – Die Gabe von Amy Ewing ist ein Fantasyroman für Jugendliche und junge Erwachsene von Fischer FJB aus dem Jahr 2015. Das_Juwel

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 16-jährige Violet Lasting, ein junges Surrogat, welches zu Beginn auf einer Auktion gemeinsam mit 199 anderen Surrogaten versteigert wird. Die Surrogate besitzen die Gabe der Auspizien – die Fähigkeit der Manipulation von Farbe, Form und Wachstum – und sind damit für die Adligen aus dem Juwel nach langer Zeit der Inzucht die einzige Möglichkeit, gesunde und immer auch schöne Kinder zur Welt zu bringen. Neben Violet wird auch ihre Freundin Raven versteigert. Beide Mädchen sind unter den letzten zehn Surrogaten und damit als äußerst wertvoll eingestuft. Violet wird von Lucien, der Kammerzofe der Fürstin, auf die Auktion vorbereitet.
Violet wird von der Herzogin vom See, einem Mitglied der vier Gründungshäuser, ersteigert und soll ihr eine Tochter austragen, die mit dem Sohn des Fürsten und der Fürstin verlobt werden soll und daher von Geburt an besonders sein muss. Obwohl Violet sich von Anfang an nicht auf die Auktion und den Umzug ins Juwel gefreut hat, sondern der Situation skeptisch bis ängstlich gegenüberstand, wird ihr erst im Palast der Herzogin wirklich bewusst, wie ihr Leben von jetzt an aussehen wird. Sie ist ein Besitz der Herzogin, darf nur sprechen, wenn es ihr gestattet wird und soll tun, was ihr befohlen wird. Sie soll nur noch das Surrogat der Herzogin sein und nicht mehr die denkende und fühlende Violet Lasting.
Violet bemüht sich trotz der Intrigen, sich selbst treu zu bleiben und auch Raven nicht zu verlieren, welche fürchtet, sich selbst und Violet zu vergessen. Sie trifft auch Lucien wieder, der ihr unbekannte Pläne verfolgt, ihr jedoch helfen zu wollen scheint.
Während ihrer Zeit im Palast der Herzogin trifft Violet auf Ash Lockwood, den Gefährten der Nichte der Herzogin, verbringt zunehmend mehr Zeit mit ihm, auch wenn es ihnen verboten ist und die beiden verlieben sich ineinander. Um ihrer Freundin Raven zu helfen und bei Ash bleiben zu können, riskiert Violet sogar ihre eigene Freiheit und die wenigen Annehmlichkeiten, die ihr das Leben bei der Herzogin bietet.

Seit Violet in der Pubertät in die Verwahranstalt gekommen ist, um die Kontrolle über die Auspizien zu erlernen, vermisst sie ihre Familie. Sie möchte nicht in das Juwel und für eine Adlige ein Kind austragen, sondern lieber zurück zu ihrer Mutter und ihren Geschwistern. Da ihr dieser Weg jedoch nicht offensteht, versucht sie das Beste aus ihrer Situation zu machen und obwohl sie nach außen größtenteils fügsam ist, verliert sie nicht ihren eigenen Willen.
Der einfache Schreibstil erleichtert nach einer kurzen Einlesezeit das Eintauchen in die Welt des Romans und auch in Violet selbst. Gemeinsam mit Violet erfährt der Leser immer mehr über die Gepflogenheiten und Intrigen im Juwel. Violets Handlungen waren für mich daher sehr gut nachvollziehbar.
Auch wenn es beim Lesen kaum auffiel, zieht sich zu Beginn des Buches die Handlung ziemlich in die Länge. Es passiert relativ wenig und alles schön der Reihe nach, was einerseits den Einstieg erleichtert, aber andererseits auch manchmal die Spannung nimmt. Am Ende hingegen überstürzen sich die Ereignisse und ich hatte keine Lust, das Buch aus der Hand zu legen, auch wenn ich mir denken konnte, was als nächstes passieren wird. Der wirklich heftige Cliffhanger frustriert im ersten Moment, ist aber gut gewählt, um auf den zweiten Band neugierig zu machen.

Ich war am Anfang etwas skeptisch, was dieses Buch betraf, wurde von der Geschichte jedoch positiv überrascht. Die Charaktere sind nachvollziehbar und tatsächlich menschlich. Außerdem ist das Cover ein echter Blickfang und wirklich schön, auch wenn ich eigentlich kein großer Freund von Glitzerzeug bin. Allerdings weiß ich nicht, warum das deutsche Cover lila ist, im Gegensatz zum grau-silbernen englischen Cover.

Insgesamt ein gutes Buch, welches sich auch gut zwischendurch lesen lässt.

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